Hammer SchurzWas ist eine Loge? Das englische Wort Lodge, 1278 erstmals urkundlich erwähnt, bezeichnet ursprünglich ein Holzgebäude, das den Bauhandwerkern als Werkstatt und auch als Aufenthalts- und Versammlungsraum diente.

Heute bezeichnet man als regulär arbeitende Loge oder Bauhütte eine lokale Vereinigung von Freimaurern, organisiert nach den Vorgaben der nationalen Grossloge, der sie angeschlossen ist. Die einzelnen Logen arbeiten weitgehend autonom, gemäss eidgenössischer Föderativstruktur und aufgrund ihrer mehr oder weniger bedeutenden Traditionen.

Die Loge bildet somit die Grundlage freimaurerischen Wirkens. Sie ist das Zentrum geistiger Arbeit, Stätte der Begegnung und Ort ernster Besinnung. Zum Zeichen dieser engen Bindung und gegenseitiger Vertrautheit nennen sich die Freimaurer untereinander Brüder.

L

Organisation. Die Logen sind Vereine im Sinne von Art. 60ff ZGB. Ihr oberstes Organ ist die Hauptversammlung, welche auch den Vorstand wählt. Der Vorstand der Loge, das Beamtenkollegium, umfasst je nach Grösse der Loge zehn bis zwanzig Mitglieder, die Beamten, die sich in die verschiedenen Aufgaben und in die Kommissionsarbeiten teilen.

Die eigentliche Logenleitung ist einem Ausschuss übertragen, dem Direktorium. Ihm gehören an:

Der Meister vom Stuhl (Präsident)

Der stellvertretende Meister vom Stuhl (stellvertretender Präsident)

Der erste Aufseher (1. Vizepräsident)

Der zweite Aufseher (2. Vizepräsident)

Die Mitglieder der Loge treffen sich regelmässig, normalerweise wöchentlich an einem Mittwochabend in der Loge zur Hoffnung. Eine Zusammenkunft kann eine rituelle Tempelarbeit, eine Konferenz mit einem Vortrag eines Mitgliedes oder Gastes über ein maurerisches, philosophisches, künstlerisches Thema sein oder auch eine freie Vereinigung, bei welcher man sich in freundschaftlicher Runde zum brüderlichen Gespräch trifft. Den rituellen Arbeiten folgt oft ein Brudermahl oder ein einfacher Imbiss.

Das Engagement und die erwartete Präsenz des einzelnen Mitgliedes bilden die nötige Voraussetzung für das vollständige und vertiefte Erleben der freimaurerischen Lebensschule.

Wie wird man Freimaurer? Im Unterschied zu den Service Clubs (Rotary, Lions und ähnlichen), welche bestimmte Persönlichkeiten zu Mitgliedern berufen, muss der Weg in eine Loge selbst gefunden werden. Die Freimaurerei betreibt, ihrem Wesen entsprechend, keine Mitgliederwerbung, man muss sie suchen und sich um eine Aufnahme bewerben.

Der Freimaurerbund als Gesinnungsgemeinschaft erwartet vom Kandidaten die grundsätzliche innere Bereitschaft, sich dem Bunde – in der Regel als Bund fürs Leben vorgesehen – einzubringen.

Jeder Aufnahme geht eine sorgfältige, strenge und länger dauernde Prüfung und Abklärung voraus, deren Ziele die gegenseitige Information, die Erforschung der Beweggründe des Bewerbers und die charakterliche Eignung sind. Die Arbeit an sich selbst ist von zentraler Bedeutung. Es wäre verfehlt zu glauben, mit dem Eintritt in die Loge werde man ein besserer Mensch.