ducommun elieElie Ducommun darf als das wohl prominenteste Mitglied der Loge zur Hoffnung bezeichnet werden. Er trug wesentlich zur Verbreitung des freimaurerischen Gedankengutes in aller Welt bei und wurde 1902, als glühender Verfechter der Friedensidee, zusammen mit Albert Gobat mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Der gebürtige Genfer nahm im Alter von nur siebzehn Jahren eine Stelle als Hauslehrer in Sachsen an, wo er perfekt Deutsch lernte. Als 20-Jähriger zurück in Genf, übernahm er die Redaktion, später die Direktion der «Revue de Genève». Rasch spielte er auch eine politische Rolle. Im Alter von 25 Jahren bekleidete er das Amt eines Vizekanzlers, wenig später dasjenige eines Kanzlers der Republik Genf. 1865 gründete und redigierte er den liberalen «Progrès» in Delsberg und 1871 die «L’Helvétie» in Bern.

Parallel dazu arbeitete Elie Ducommun als Übersetzer des Nationalrates. 1870 ernannte General Herzog ihn zu seinem Stabssekretär. Im Jahre 1873 wurde er Generalsekretär der Jurabahn, der späteren Jura-Simplon-Bahn. Nach neun Jahren in der Legislative in Genf gehörte er zehn Jahre dem Berner Grossen Rat an. Als feinfühliger Mensch und Politiker erkannte er früh die sich abzeichnenden sozialen Probleme des Industriezeitalters. So versuchte er nach deutschem Vorbild, günstige Kreditbedingungen für die Arbeiter zu schaffen, was zur Gründung der Volksbank in Bern führte.

Als 23-Jähriger trat er in Genf der Loge La Prudence bei. Nach seiner Übersiedlung nach Bern wechselte er zur Loge zur Hoffnung, der er bald als Stuhlmeister vorstand. Bei seiner Wahl zum Grossmeister der Grossloge Alpina hielt er in einem maurerischen Testament sein Programm fest. Es enthält folgende prägnante Punkte, die in die Tat umzusetzen sich Elie Ducommun mit Kraft und Überzeugung einsetzte: «Durch Einigkeit stark werden, Missverständnisse begraben, praktische soziale Reformen studieren, sich an der Fürsorge verwahrloster Jugendlicher beteiligen, gegen Kriege entschieden Stellung nehmen, die profane Welt über unsere Absichten und Ziele aufklären, die Beziehungen zu Freimaurern anderer Länder stärken.»

Sein grösstes Anliegen galt dem Frieden. Dabei führte ihn sein Weg 1862 in Genf zum Friedensverein. Für die 1867 gegründete Internationale Liga für Frieden und Freiheit redigierte er deren Wochenzeitschrift. Nach der Gründung des Internationalen Friedensbüros 1891 in Rom wurde er dessen Ehrensekretär. Was mit bescheidensten Mitteln begann, entwickelte sich zu einer moralischen Macht, die vom Schreibtisch Ducommuns am Kanonenweg im Berner Stadtbachquartier ausging. Die Friedenskämpfer lasen die Adresse, die zu manchem Spott Anlass gab, einfach anders: nämlich als «Kanonen weg!»

Sein Aufruf an die Nationen 1900 löste ein weltweites Echo aus. Am 21. September 2002 haben Mitglieder der Loge zur Hoffnung und anderer Logen im Beisein namhafter Behördenvertreter und Familienangehöriger in Genf eine Büste von Elie Ducommun enthüllt und dem grossen Freimaurer damit ein würdiges Denkmal gesetzt.

Acht weitere Freimaurer erhielten den Friedensnobelpreis: 1906 Theodore Roosevelt, 1911 Alfred Hermann Fried, 1913 Henri La Fontaine, 1920 Leon Victor Auguste Bourgeois, 1926 Gustav Stresemann, 1929 Frank B. Kellogg, 1935 Carl von Ossietzky, 1953 George Marshall.